Warum gibt es eigentlich das Verbraucherinsolvenzverfahren und die Restschuldbefreiung?

Das neue Verbraucherinsolvenzrecht soll Ihnen den wirtschaftlichen Neuanfang ermöglichen. Sie sollen mit Ihren Schulden nicht mehr bis ans Ende Ihres Lebens belastet sein, sondern wieder ein Leben führen können, wie ein freier Mensch. Beispielsweise könnten Sie während des Verfahrens auch wieder sparen, wenn Sie den einen oder anderen Euro übrig haben, ohne dass Ihnen das Geld weggenommen werden könnte.

Das neue Verbraucherinsolvenzverfahren verkörpert nach dem Willen des Gesetzgebers einen auf die speziellen Bedürfnisse der Verbraucher ausgerichteten Prozess mit dem Ziel des wirtschaftlichen Neuanfangs. Vorzüge gegenüber dem komplexeren Regelinsolvenzverfahren für Unternehmer sollten Einfachheit, Schnelligkeit, Kosteneinsparung und geringere Bürokratie sein. Dass dieser beschrittene Weg der richtige war, wurde nie ernsthaft bestritten und wird mittlerweile sogar von Banken eingeräumt (Sparkassenheft Recht, 5. Auflage 2006).

Geschichte der Verbraucherinsolvenz: Der Insolvenzrechtsgesetzgeber hat sich bei der Reform des Konkursrechts spürbar von den Erfahrungen des angloamerikanischen Rechtskreises leiten lassen. In den USA gibt es die Restschuldbefreiung nämlich schon lange. Die Restschuldbefreiung ist damit keine deutsche Erfindung. Angesichts der stetig anwachsenden Verschuldung zahlreicher Verbraucher infolge von Krediten und anderer moderner Kredit- und Finanzierungsformen suchte man intensiv nach Gestaltungsmöglichkeiten eines Neuanfangs für Schuldner. Das Ergebnis ist in allen Ländern das Verbraucher- und Restschuldbefreiungsverfahren.